Filmaufnahmen: Matthias Fritsch

Bienendrohnen im Ymbiss

Wenn es darum geht, dass Insekten nachhaltige Nahrung sind, wird eines manchmal vergessen: der Geschmack! Wir finden, dass Genuss mit das Wichtigste am Essen ist. Und, auch wenn es ungewohnt klingt: Richtig zubereitet, sind Insekten wirklich lecker. Bienendrohnen ähneln in ihrer Zusammensetzung Hühnereiern. Man kann also das Ei in Kuchen, Mayonnaise oder Creme brulee durch frische Bienenbrut ersetzen. Oder lieber direkt und herzhaft? Gedünstet und auf Spinat mit etwas Zitronensaft serviert, erinnern die Drohnen geschmacklich an milden Fisch. Zwar gibt es inzwischen einige Rezepte, aber das Schöne an diesem für Europäer neuartigen Lebensmittel ist, dass man ganz viel Neues ausprobieren kann.

Zwar sind die Bienendrohnen im Moment noch nicht auf dem europäischen Markt zugelassen, wer dennoch probieren möchte, kann sich an einen Imker in seiner Region wenden. Kostproben gibt es außerdem auf unseren Workshops und bei Veranstaltungen.

Ymbe meets Mikrokosmos Berlin

Im August 2019 ist Nicole zu uns gestoßen, die mit Ihren Marktständen und Kochworkshops zu Insekten seit Jahren Groß und Klein begeistert. Ihre Mehlwürmer und Grillen züchtet sie selbst – und setzt sich damit explizit von der im aufkeimenden Entomophagie-Business gängigen Massentierhaltung und langen Transportwegen ab. Ihre Leidenschaft für kulinarische Experimente und nachhaltige Ernährung hat sie zum Bienendrohnenprojekt geführt: Erste Eindrücke unserer Kochsymbiose und ein paar Einblicke in ihr Mikrokosmosprojekt findet ihr auf ihrem Blog.

Unser gemeinsames Lieblingsrezept ist übrigens der Bienenmuffin:

250g pflanzl. Sahne, 200g Zucker und 50 g Honig cremig rühren. Ca. 150g Bienendrohnenlarven* hinzugeben und mit einem Mixer gut verrühren. Mit 300g Mehl und einem Päckchen Backpulver/Natron+Zitronensäure vermischen. Den Teig in gut gefettete Muffinförmchen geben und bei 180°C etwa 8 – 15min (je nach Größe der Muffins) backen.

Honigsüß: Das Ymbe & Mikrokosmos-Buffet

Bei unseren kulinarischen Versuchen der letzten Monate hat sich vorallem eins gezeigt: Bienendrohnenlarven eignen sich hervorragend als Eiersatz. Deswegen kann man an unserem Stand Bienenstich mit echten Bienen, Rührkuchen und Lebkuchen probieren – bis auf die Bienenlarven verwenden wir rein pflanzliche Zutaten.

Unser Tipp: Das Bienendrohnenkochbuch von Daniel Ambühl

Leckere und leicht verrückte Rezeptideen rund um die Bienendrohnenlarven hat der Schweizer Künstler, Koch und Entomophagiekenner Daniel Ambühl in seinem Kochbuch beezza! Das Bienenkochbuch gesammelt. Außerdem erfährt der Leser viel Wissenswertes über das außergewöhnliche Lebensmittel und wichtige Hinweise für die Zubereitung.

Besonders empfehlen wir den Beeburger und die Bienennudeln burro e salvia, beide Rezepte haben wir von duzenden „Testessern“ probieren lassen, mit durchweg – für viele überraschend – positivem Ergebnis. Etwas weniger erfolgreich war unsere Variante des Bienen-Hatschi. Vielleicht, weil die Bienendrohnen dort gut zu sehen sind und nicht wie bei den anderen Rezepten nicht in einem Teig verschwinden. 

Hier unsere Berliner Version der Schweizer Bienenburger zum Nachkochen:
  • 200g Bienenpuppen
  • 500g Auberginen
  • 50g Semmelbrösel (mehr oder weniger, nach Gefühl)
  • 2 EL Mehl
  • etwas Sesamöl
  • Salz, Pfeffer, je 2TL gemahlene Fenchelsamen, Paprikapulver, Rosmarin, Knoblauchpulver
  • 1 Zwiebel, feingehackt
Der aufwändigste Teil ist das Trocknen der Auberginen im Ofen. Dafür werden die Auberginen in Scheiben geschnitten und etwa 2h lang bei mittlerer Temperatur und leicht geöffnetem Ofen (mit einem Holzlöffel aufklemmen) getrocknet. Nach Daniel Ambühl sollen die Auberginen vorher geschält werden – das haben wir vergessen, es klappt auch so! Und es hat den Vorteil, dass nach dem Pürieren nicht mehr eindeutig auszumachen ist, welche dunklen Flecken von der Aubergine, und welche von älteren Drohnenpuppenaugen stammen.
 
Nach dem Trocknen der Auberginen werden diese mit allen anderen Zutaten püriert (Pürierstab oder Küchenmaschine), zu Bratlingen in Wunschformat geformt, und in der Pfanne knusprig gebraten. Unsere Burgerbrötchen haben wir mit den Beeburgern, Tomaten, Salat, Basilikum, Ketchup und veganer Remouladensoße belegt.
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